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„New Deal“ – die Karten neu mischen und verteilen – diesen Begriff nutzte der US-Präsident Franklin D. Roosevelt für seine Maßnahmen gegen die Weltwirtschaftskrise ab 1929. Rund 80 Jahre später tauchte erstmals der daraus abgeleitete „Green New Deal“ ebenfalls in den USA auf. Gemeint sind damit Konzepte für eine ökologische Wende in den Industriestaaten. Spätestens seit der Europawahl in diesem Jahr ist der Begriff auch hierzulande bekannt. Die neue EU-Kommission unter ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen hat einen als „Green Deal“ bezeichneten Plan angekündigt, mit dem die EU bis 2050 klimaneutral werden soll. Ein Klimagesetz soll Klarheit schaffen, welchen Beitrag die Mitgliedstaaten dafür zu leisten haben. Dabei sind Konflikte nicht ausgeschlossen. Denn wie es heißt, sollen zwei Drittel des europäischen Haushalts in „Green Deal“-relevante Bereiche fallen. Als sicher gelten beispielsweise die Ausweitung des europäischen CO2-Zertifikatehandels (ETS) sowie die stärkere Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien. Aber auch eine deutlich ambitionierte Kreislauf-wirtschaft sowie eine CO2-Grenzsteuer sind als Teile des „Green Deals“ im Gespräch.

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Baustein in der neuen Klimapolitik. Gerade bei den Emissionen ist sie Teil des Problems und Lösung zugleich. Das wird sich auf die Produktion und die eingesetzten Technologien auswirken. Auf die Landwirtschaft kommen daher große Anstrengungen und steigende Kosten zu. Der zuständige 1. Vizekommissionspräsident Frans Timmermans sagte daher, dass die Green-Deal-Strategie der EU-Kommission die europäische Landwirtschaft nicht überfordern soll. Zugleich werden sich neue Möglichkeiten und Chancen für Landwirte ergeben. Doch was bedeutet der Plan einer klimaneutralen EU bis 2050 für die Branche genau und wie wird er sich in der künftigen EU-Agrarpolitik widerspiegeln?

Die Edmund Rehwinkel-Stiftung wirft mit ihrer Ausschreibung 2020 einen Blick auf die Pläne der neuen EU-Kommission und fördert Studien, die das Thema

„Green Deal - Was kommt auf die Land- und Ernährungswirtschaft zu?“

wissenschaftlich untersuchen.

Die Studien sollen das Schwerpunktthema in folgenden Bereichen abdecken und Antworten auf entsprechende Fragestellungen geben:

  • Was bedeutet der Leadership-Anspruch der neuen EU-Kommission in Sachen Klimaneutralität für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen und speziell der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft?

  • Was ist im Rahmen einer „Green-Deal-GAP“ bei mehr nationaler Verantwortung von Eco-Schemes, gekoppelten Direktzahlungen und Mittelumschichtung in die 2. Säule sowie Maßnahmen zum Insekten-, Tier- und Umweltschutz in Deutschland zu erwarten?

  • Welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus einer Wirtschaft, die künftig mehr in Richtung Kreislauf gehen soll, für die Produktion, die Verarbeitung und den (Außen-)Handel von Lebensmitteln?

  • Wie müssen sich Organisationsstrukturen in der Wertschöpfungskette ändern, um die gesteckten Ziele erreichen zu können? Welche staatlichen Verwaltungs- und Kontrollstrukturen sind reformbedürftig?

  • Welche (rechtlichen) Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, damit innovative Technologien in der Land- und Ernährungswirtschaft verstärkt Einsatz finden können?

  • Welche Anforderungen an die Managementfähigkeiten von Betriebsleitern ergeben sich aus dem Spannungsdreieck Klimaneutralität, Marktumfeld und gesellschaftliche Erwartungen?


  Adressaten

Bewerben können sich (wissenschaftliche) Einrichtungen, unabhängig davon, ob sie öffentlich-rechtlich organisiert sind oder nicht. Privatrechtlich organisierte Bewerber sollten dokumentieren können, dass sie nach ihrer Satzung oder ihrer Unternehmensform gemeinnützig tätig sind.

  Umfang und Inhalt der Anträge

Die Forschungskonzepte müssen enthalten:

  • eine Gliederung
  • die Darstellung der Zielsetzung und der Schwerpunkte der Untersuchung
  • die Beschreibung der geplanten Vorgehensweise und Methodik
  • Hinweise auf mögliche Vorarbeiten zum Thema und die Reputation der Antragsteller
  • die genaue Bezeichnung des Antragstellers sowie der Forschungs-/Projektleiter

Das Konzept soll maximal 5 Seiten umfassen und ist per E-Mail einzureichen.

  Förderung

Es gelten die Förderrichtlinien der Edmund Rehwinkel-Stiftung.

Die Bewerber werden Mitte März 2020 über den Ausgang des Auswahlverfahrens benachrichtigt. Anträge, die auf Arbeiten beruhen, die bereits vor März 2020 abgeschlossen werden, können nicht berücksichtigt werden. Eine gleichzeitige Inanspruchnahme von Fördermitteln Dritter (Kofinanzierung) für das gleiche Vorhaben ist nicht gestattet. Forschungskooperationen zwischen unterschiedlichen Bewerbern sind möglich.

Pauschaler Förderbetrag pro Studie: 20 000,-- EUR (brutto)

Abgabefrist für die Anträge: 31. Januar 2020

Antragstellung an: stiftung@rentenbank.de

  Frist und Umfang

Letztes Abgabedatum für die geförderten Studien ist der 18. Januar 2021.

Der Umfang der schriftlichen Untersuchungsergebnisse soll maximal 20 Seiten betragen. Zusammen mit der Übergabe des Untersuchungsberichts werden eine aussagekräftige Zusammenfassung von einer DIN A4-Seite mit den wichtigsten Ergebnissen sowie eine Kostenaufstellung erbeten.

  Veröffentlichung

Die Ergebnisse der Studien werden von den Autorinnen und Autoren im Rahmen des jährlichen Symposiums der Rehwinkel-Stiftung in Berlin einem interessierten Publikum vorgestellt.

Die Erstveröffentlichung der Studien soll diesem Termin vorbehalten sein.



Ihr Ansprechpartner

Christian Pohl

Christian Pohl

Tel.: 069-2107-376

Fax: 069-2107-6459