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Innovation als Schlüssel für eine nachhaltig erfolgreiche Agrarwirtschaft

Blogpost |

5. Mai 2026

steinbock spricht über…
Warum reden wir eigentlich immer so viel über Innovationen? Erstens ist doch die Agrar- und Ernährungswirtschaft in der Digitalisierung insgesamt recht weit vorn und zweitens ist Veränderung schon lange die DNA der Branche.

Das stimmt. Beides. Allerdings ist die Kumulation herausfordernder äußerer Rahmenbedingungen in dieser Intensität absolut neu. Klimawandel – zum einen weil Landwirtschaft für die CO₂-Emissionen und andere Themen eine wesentliche Rolle spielt und natürlich im Übermaß von den Auswirkungen betroffen ist, Erhaltung der Biodiversität, geopolitische Verwerfungen in einem lange nicht gekannten Ausmaß, Störungen und Preiserhöhungen in globalen Lieferketten – etwa bei Düngemitteln oder Energie – Auflösung der Standards der WTO, das Fehlen von Arbeitskräften und Fachkräften und nicht zuletzt steigende Anforderungen von Handel und Verbrauchern. Den Umgang und die Bewältigung dieser Herausforderungen, unter denen ein „weiter so“ nicht möglich ist, nennen wir Transformation.

All dies erhöht den Druck auf Betriebe und Unternehmen. Um unter diesen Bedingungen weiterhin rentabel und wettbewerbsfähig zu produzieren, gleichzeitig nachhaltig zu wirtschaften und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, braucht es vor allem eines: Innovationen.

Technologische Lösungen für aktuelle Herausforderungen

Technologische Entwicklungen liefern bereits heute konkrete Antworten auf die vielfältigen und komplexen Herausforderungen. Smarte Bewässerungssysteme, sensorbasierte Bodenanalysen und KI-gestützte Prognosen helfen, den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen und Ressourcen effizienter einzusetzen. Datenbasierte, bedarfsgerechte Düngung reduziert Abhängigkeiten von knappen Betriebsmitteln und steigert gleichzeitig die Effizienz und schützt Böden, Grundwasser und Oberflächengewässer. Automatisierung und Robotik entlasten Betriebe angesichts des Arbeitskräftemangels, digitale Lösungen schaffen Transparenz und helfen, steigende Daten-Anforderungen aus der Wertschöpfungskette zu erfüllen. Entscheidend ist, dass diese Innovationen entwickelt werden, aber auch schnell in die breite Anwendung gelangen.

Rahmenbedingungen für erfolgreiche Innovationen

Damit Innovationen in der Praxis Wirkung entfalten, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen. Verlässliche politische Leitplanken – etwa bei CO₂-Bilanzierung, Datennutzung oder Technologieeinsatz – schaffen Planungssicherheit und erhöhen die Investitionsbereitschaft. Gleichzeitig muss Forschung noch stärker in Richtung Anwendung gedacht werden: Interdisziplinäre Zusammenarbeit, praxisnahe Testfelder und ein funktionierender Wissenstransfer sorgen dafür, dass neue Technologien unter realen Bedingungen erprobt und schneller nutzbar werden.

Entscheidend ist aber vor allem auch der Zugang zu Kapital. Gerade in frühen und risikoreichen Phasen sowie der Wachstumsphase braucht es innovative Finanzierungsansätze, die öffentliches und privates Kapital gezielt zusammenbringen und so Investitionen in zukunftsweisende Agrartechnologien ermöglichen.

Gezielte Innovationsförderung durch die Rentenbank

Die Landwirtschaftliche Rentenbank spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle als Förderbank für die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sie unterstützt die Transformation der Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Zwei Bausteine investieren in Unternehmen mit hohem unternehmerischem Risiko:

  1. Über Nachrangdarlehen ermöglicht die Rentenbank agrarnahen Start-ups mit innovativen Geschäftsmodellen den Markteintritt und das Wachstum in einer besonders kapitalintensiven, sehr frühen Phase. So wird beispielsweise das Unternehmen Prefiro unterstützt, das eine Anbaumaschine entwickelt, die die Ernte von grünem Spargel automatisieren soll, und damit dem zunehmenden Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft begegnet.
  2. Ergänzend engagiert sich die Rentenbank im Venture-Capital-Bereich und beteiligt sich an Ag-Tech- und Food-Tech-Fonds, die Start-ups finanzieren und deren Skalierung unterstützen. Auf diesem Weg ist sie über den Green Generation Fund und Extantia unter anderem an Reverion beteiligt – einem Start-up, das die Effizienz von Biogasanlagen deutlich erhöht und damit einen Beitrag zur Bewältigung energiebezogener Herausforderungen sowie zur Transformation hin zu einer nachhaltigeren Energieversorgung leistet. Reverion wird zudem auch über ein Nachrangdarlehen der Rentenbank finanziert, was das Zusammenspiel verschiedener Finanzierungsinstrumente und den holistischen Förderansatz der Rentenbank verdeutlicht.

Dafür, die verschiedenen Akteure für Innovationen in der Branche zusammenzubringen, ist die Growth Alliance, die die Rentenbank gemeinsam mit dem TechQuartier im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat umsetzt, ein wichtiges Element. Teil dieser Initiative ist das Growth Alliance Networking Summit. Dort kommen Pioniere aus Industrie, Landwirtschaft, Start-up-Szene, Politik, Wissenschaft und Finanzwirtschaft zusammen, um über Herausforderungen und Lösungen für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft und den Transfer von Innovationen in die Praxis zu diskutieren.

Die beiden Förderinstrumente, Nachrangdarlehen und Investments in Venture Capital Fonds, werden nun durch ein weiteres ergänzt: Im Mai startet eine neue Förderung zur Markteinführung innovativer Antriebssysteme in der Landwirtschaft. Gefördert wird unter anderem der Kauf batterieelektrisch angetriebener Landmaschinen sowie Maschinen, die erneuerbare Biokraftstoffe nutzen. Auch die notwendige Lade- und Tankinfrastruktur ist dabei förderfähig.

Auch in unserem klassischen „Programmkreditgeschäft“ fördern wir mit den „Zukunftsfeldern im Fokus“ den Einsatz wegweisender Technologien in der Landwirtschaft – etwa autonome Maschinen, emissionsarme Verfahren oder effiziente Bewässerungslösungen.

Mit unserem in 2025 eingeführten Zuschuss aus unseren eigenen Mitteln sowie dem Zinsbonus „Klimabilanz“ schaffen wir zusätzliche Anreize, um Potenziale zur Emissionsreduktion und Effizienzsteigerung zu identifizieren und durch Investitionen in innovative Technologien zu heben. Damit werden Betriebe konkret dabei unterstützt, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander zu verbinden.

Innovationen als entscheidender Erfolgsfaktor

In der starken Dynamik aller Herausforderungen zwischen Klimawandel und Fachkräftemangel entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft daran, wie konsequent Innovationen genutzt werden. Sie sind der Schlüssel, um mit weniger Ressourcen mehr zu erreichen, Betriebe und Unternehmen zu entlasten und gleichzeitig den steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Damit diese Wirkung in der Breite ankommt, braucht es Investitionen und starke Partnerschaften.

#Innovationen #Landwirtschaft #Agrarwirtschaft

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