Navigation und Service der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Springe direkt zu:

Ein Roboterarm in einem Gewächshaus  als Beispiel für die Automatisierung in der Landwirtschaft.

Ausschreibung 2027

Ein Roboterarm in einem Gewächshaus  als Beispiel für die Automatisierung in der Landwirtschaft.

Ausschreibung 2027

Die Edmund Rehwinkel-Stiftung schreibt im Rahmen ihrer Studienförderung 2027 das Schwerpunktthema

Digitalisierung, KI und Unternehmertum für nachhaltige und resiliente Agrar- und Ernährungssysteme 

zur wissenschaftlichen Bearbeitung aus.

Hintergrund

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft steht vor einer grundlegenden Transformation. Digitale Innovationen, Precision Farming, Sensorik, Robotik und KI-basierte Anwendungen verändern Produktionsprozesse, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle grundlegend. Dabei reicht der technologische und unternehmerische Wandel weit über die traditionellen Grenzen der Primärproduktion hinaus: Er umfasst die gesamten vor- und nachgelagerten Bereiche – von der Erzeugung über die Verarbeitung und Logistik bis hin zum Verbraucher.

Neben erheblichen Effizienz- und Nachhaltigkeitspotenzialen wirft diese Entwicklung zentrale strategische Fragen auf. Hierzu zählen Fragen der Datenhoheit, der Interoperabilität und Schnittstellenkommunikation zwischen Systemen sowie das Risiko, dass kleine Betriebe bei der Dynamik des Fortschritts abgehängt werden. Gleichzeitig erfordern globale Herausforderungen wie der Klimawandel und steigende Risiken (betrieblich wie politisch) ein ganzheitliches Risikomanagement und eine vorausschauende Risikovorsorge (z. B. durch neue Kulturen, angepasste Fruchtfolgen, Versicherungsmodelle und resiliente Wertschöpfungsketten). Unternehmertum und neue Akteure spielen hierbei eine entscheidende Rolle, um Barrieren der Adaption zu überwinden und tragfähige Innovationen in die Breite des Agrar- und Ernährungssektors zu tragen.

Forschungsziele

Die Ausschreibung fördert wissenschaftliche Projekte, die praxisnahe, interdisziplinäre und modellhafte Ansätze für die erfolgreiche Umsetzung digitaler und unternehmerischer Innovationen im gesamten Agrar- und Ernährungssystem entwickeln. Im Fokus steht ein erweiterter Blickwinkel, der die gesamte Wertschöpfungskette („Vom Hof bis zum Teller“) einbezieht. Ziel ist es, Potenziale und Adaptionshemmnisse zu analysieren, Strategien zur Stärkung der Resilienz und Risikofürsorge aufzuzeigen und Lösungsansätze für eine zukunftsfähige, gerechte und nachhaltige Gestaltung des Wandels zu erarbeiten.

Beispiele für Fragestellungen:

  • Wertschöpfungskette und Ernährungssysteme: Wie können digitale Innovationen und Unternehmertum-Ansätze über die Primärproduktion hinaus in vor- und nachgelagerten Bereichen (Ernährungswirtschaft, Handel, Logistik) wirksam eingesetzt werden? Welche Modelle vernetzen Erzeuger und Verbraucher transparenter und effizienter?
  • Künstliche Intelligenz, Sensorik und Automatisierung: Welche konkreten Anwendungsfelder bieten KI, Precision Farming und automatische Datenübertragung zur Steigerung von Nachhaltigkeit und Resilienz? Wo liegen technologische Grenzen und Entwicklungsbedarfe?
  • Schnittstellen und Systemkommunikation: Wie lässt sich die technische und organisatorische Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Systemen und Akteuren entlang der Wertschöpfungskette optimieren? Welche offenen Standards und Schnittstellen sind erforderlich?
  • Datenhoheit und Agrarstruktur: Wie wird die Datenhoheit von Betrieben gewahrt? Welche Risiken bestehen, dass kleine und mittlere Betriebe strukturell abgehängt werden, und wie lässt sich ein chancengerechter Zugang zu neuen Technologien sicherstellen?
  • Adaptionshemmnisse und Technologietransfer: Welche organisatorischen, finanziellen oder kulturellen Hürden verhindern die Adaption digitaler Lösungen in der Praxis, und wie können innovative Gründungskonzepte (Entrepreneurship) diesen Transfer beschleunigen?
  • Risikomanagement und Risikovorsorge: Welche strategischen Risikomanagement-Ansätze (betrieblich und politisch) stärken die Resilienz von Agrar- und Ernährungssystemen? Welche Rolle spielen hierbei innovative Versicherungsmodelle, neue Produkte, erweiterte Fruchtfolgen und Diversifizierung?
  • Struktureller Wandel und Klimawandel: Wie verändert die Kombination aus Digitalisierung und Klimawandel die Funktionsweise und das Berufsbild der Landwirtschaft sowie der nachgelagerten Lebensmittelerzeugung langfristig?

Gesamtgesellschaftliche Bedeutung

Ein zukunftsfähiges, ressourcenschonendes und krisenfestes Agrar- und Ernährungssystem ist ein zentrales Rückgrat der Daseinsvorsorge. Die geförderten Forschungsvorhaben sollen den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Start-ups, Politik sowie der Zivilgesellschaft fördern. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte, praxisrelevante Handlungsempfehlungen bereitzustellen, die zur Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz der gesamten Wertschöpfungskette beitragen.

Adressaten

Bewerben können sich (wissenschaftliche) Einrichtungen, unabhängig davon, ob sie öffentlich-rechtlich organisiert sind oder nicht. Privatrechtlich organisierte Einrichtungen sollten dokumentieren können, dass sie nach ihrer Satzung oder ihrer Unternehmensform gemeinnützig tätig sind.

Umfang und Inhalt der Anträge

Die Einreichung der Forschungskonzepte erfolgt in zwei Schritten:

Schritt 1: Onepager als Ersteinreichung: Interessierte Projektpartner reichen zunächst eine Kurzbeschreibung ihrer Projektidee in Form eines Onepagers ein. Dieser sollte die wesentlichen Fragestellungen und den Ansatz des Projekts skizzieren.

Der Onepager soll maximal 1 Seite umfassen und ist per E-Mail einzureichen.

Abgabefrist für den Onepager: 13. Dezember 2026

Der Stiftungsvorstand wählt aus den eingereichten Projektideen diejenigen aus, die für eine Förderung in Frage kommen.

Schritt 2: Detailliertes Forschungskonzept: Nach positiver Bewertung des Onepagers durch den Stiftungsvorstand wird das darin vorgestellte Projekt zur Ausarbeitung eines konkreten Forschungskonzepts eingeladen.

Die Forschungskonzepte müssen enthalten:

  • eine Gliederung
  • die Darstellung der Zielsetzung und der Schwerpunkte der Untersuchung
  • die Beschreibung der geplanten Vorgehensweise und Methodik
  • Hinweise auf mögliche Vorarbeiten zum Thema und die Reputation der Antragstellerin / des Antragstellers
  • die genaue Bezeichnung der Antragstellerin/des Antragstellers sowie der Forschungsleiterin/des Forschungsleiters bzw. der Projektleiterin/des Projektleiters

Das Konzept sollte maximal 5 Seiten umfassen und ist bis zum 24. Februar 2027 per E-Mail einzureichen.

Förderung

Es gelten die Förderrichtlinien der Edmund Rehwinkel-Stiftung.

Die Bewerber werden Ende Januar/Anfang Februar 2027 über den Ausgang des Auswahlverfahrens benachrichtigt. Anträge, die auf Arbeiten beruhen, die bereits vor diesem Zeitraum abgeschlossen werden, können nicht berücksichtigt werden.

Eine gleichzeitige Inanspruchnahme von Fördermitteln Dritter (Kofinanzierung) für das gleiche Vorhaben ist nicht gestattet. Forschungskooperationen zwischen unterschiedlichen Bewerbern sind möglich.

Pauschaler Förderbetrag pro Studie: 40.000 EUR (brutto)

Antragstellung an: stiftung@rentenbank.de

Frist und Umfang

Letztes Abgabedatum für die geförderten Studien ist der 30. Januar 2028.

Der Umfang der schriftlichen Untersuchungsergebnisse soll maximal 20 Seiten betragen. Zusammen mit der Übergabe des Untersuchungsberichts werden eine aussagekräftige Zusammenfassung von einer DIN A4-Seite mit den wichtigsten Ergebnissen erbeten.

Die Ergebnisse der Studien werden von den Autorinnen und Autoren im Rahmen des Symposiums der Rehwinkel-Stiftung Mitte des Jahres 2028 (voraussichtlich in Berlin) einem interessierten Publikum vorgestellt. Die Erstveröffentlichung der Studien soll diesem Termin vorbehalten sein.

Alle Fristen im Überblick:

  • Abgabefrist für den Onepager: 13. Dezember 2026
  • Rückmeldung zur Bewerbung: Ende Januar/Anfang Februar 2027
  • Abgabefrist für das Forschungskonzept: 24. Februar 2027
  • Abgabedatum der Studien: 30. Januar 2028
  • Veröffentlichung der Ergebnisse: Mitte des Jahres 2028

Ihr Kontakt

Portraitfoto von Jennifer Opper

Jennifer Sames

+49 (0)69 2107 796

Wer wird gefördert?

Land- und Forstwirte, Gärtner und Winzer.
Gefördert werden agrarnahe Unternehmen, unabhängig von Rechtsform oder steuerlicher Einkunftsart. Dazu gehören Unternehmen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette.