Edmund Rehwinkel-Stiftung

Interview mit den Rehwinkel-Stipendiaten 2015

Mit Beginn des Wintersemesters 2015/16 wählte die Edmund Rehwinkel-Stiftung der Rentenbank bereits zum fünften Mal die Teilnehmer ihres Stipendienprogramms aus. Die zwei Studierenden Vroni Hentschel und Thea Mi Weiß überzeugten während des mehrstufigen Auswahlverfahrens mit sehr guten Studienleistungen, sozialem Engagement und ihrer hohen Zielorientierung.


Im Interview erzählen die zwei Stipendiaten, die nun zwei Jahre lang gefördert werden, von ihrer Motivation für die Bewerbung sowie ihren Erfahrungen während des Auswahlverfahrens und in der ersten Zeit danach.

Das Interview

Frau Hentschel, Frau Weiß, Sie sind beide seit Herbst 2015 Stipendiatinnen der Edmund Rehwinkel-Stiftung. Was hat Sie bewogen, sich um das Stipendium zu bewerben?

Frau Hentschel: Ich bin bereits im Bachelorstudium auf den Flyer der Edmund Rehwinkel-Stiftung aufmerksam geworden. Auf den ersten Blick hat mich tatsächlich die Ameise angesprochen, die über sich hinaus wächst und das für sie übergroße Blatt trägt. Auf den zweiten Blick war es die starke fachliche Ausrichtung des Stipendiums, da ich dies so von anderen Stipendienprogrammen noch nicht kannte. Die vielen Veranstaltungsangebote, die mir neue Einblicke und persönliche Kontakte in Aussicht stellten, waren für mich besonders interessant.

Frau Weiß: Ich habe auch schon während meines Bachelorstudiums von dem speziell auf den Agrarsektor ausgerichteten Stipendium gehört. Als dann das Masterstudium bevorstand, haben mich bei genauerer Recherche die inhaltlichen Zielsetzungen der Edmund Rehwinkel-Stiftung respektive Rentenbank sowie die ideelle und finanzielle Förderung der Stipendiaten überzeugt, mein Glück zu versuchen.
 

Empfanden Sie es als schwierig, das Stipendium zu erhalten?

Frau Hentschel: Sagen wir, ich hatte mir meine Chancen nicht ganz so gut ausgerechnet. Nachdem die Bewerbungsunterlagen zusammengetragen und abgeschickt waren, begann eigentlich erst die wirklich spannende Phase. Vor den Auswahlgesprächen war ich zugegebenermaßen aufgeregt. Da die Treffen in Frankfurt (Main) aber beide sehr angenehm, freundlich und offen waren, empfinde ich meinen Weg bis zur Auswahl als Stipendiatin im Nachhinein nicht als schwierig. Mit einer gewissen Vorbereitung auf mich selbst, meine Ziele und Vorstellungen vergingen die Auswahlrunden wie im Flug und ich blicke darauf als positive Erfahrung zurück.

Frau Weiß: Ehrlich gesagt ist mir erst im Nachhinein bewusst geworden, dass es nicht ganz einfach war, im Bewerbungsprozess zu bestehen. Während der Auswahlgespräche selbst habe ich es allerdings vielmehr als spannende und bereichernde Erfahrung wahrgenommen, da echtes Interesse an der eigenen Person und eine durchweg freundliche Stimmung vorherrschten.
 

An welchen Veranstaltungen konnten Sie als Stipendiatinnen bisher teilnehmen?

Frau Hentschel: Obwohl ich erst seit Oktober 2015 Stipendiatin bin, habe ich schon viele Sachen im Rahmen des Rehwinkel-Stipendiums erleben dürfen. Erstes Highlight war das Kennenlernen mit den anderen Stipendiaten am 19. und 20. Oktober in Frankfurt (Main), bei welchem wir sowohl die Stadt als auch die Börse besichtigt haben, ein Sensorikseminar bei der DLG absolvieren konnten, in der Rentenbank einen Vortrag hörten und mit dem Vorstand zu Abend essen durften. Anschließend daran konnte ich an der Herbsttagung der VLI in Montabaur teilnehmen. Im November dann haben wir uns alle am Stand der Rentenbank auf der Agritechnica 2015 in Hannover wiedergetroffen und abends am Max-Eyth-Abend teilgenommen - wie ich finde, schon eine ganze Menge!

Frau Weiß: Die Exkursion nach Frankfurt mit einem Seminar über die Funktionsweise der Rentenbank und Führung durch die Börse war auch meine erste Veranstaltung als Rehwinkel-Stipendiatin. Im Rahmen der Agritechnica habe ich am Vorstandsempfang der Rentenbank und am Max-Eyth-Abend teilnehmen können. Wirklich tolle und exklusive Veranstaltungen, an denen teilzunehmen einem durch das Stipendium ermöglicht wird.
 

Was erzählen Sie Ihren Kommilitonen über das Stipendium?

Frau Hentschel: Meinen Kommilitonen und Freunden erzähle ich gern von meinem Stipendium. Am stärksten betone ich dabei stets den Aufbau und das Teilhaben an Netzwerken. Dazu muss man nicht unbedingt Stipendiatin sein, aber diese Förderung bietet mir weitaus mehr Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen, als ich sie allein in dieser Zeit finden könnte. Mich fasziniert es, von meinen Mitstipendiaten zu hören, andere Ansätze zu diskutieren, an Seminaren und Veranstaltungen teilzunehmen und meinen Erfahrungshorizont damit erweitern zu können. Von all diesen Erlebnissen erzähle ich meinen Freunden.

Frau Weiß: Der Umfang und die Art der Förderung ist in der deutschen Stipendien-Landschaft definitiv einzigartig. Ich erwähne daher die zahlreichen Veranstaltungen, an denen man als Stipendiat teilnehmen darf und natürlich ist auch die Höhe der finanziellen Förderung von Interesse. In der Fachschaft Agrar habe ich die Bachelorstudierenden ermutigt, sich für dieses hochattraktive Stipendium zu bewerben. Die Hoffnung ist also, in Zukunft auch mehr Hohenheimer unter den Stipendiaten zu sehen.
 

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Verlauf des Stipendiums?

Frau Hentschel: Ich hoffe, dass das Stipendium weiterhin so facettenreich und interessant bleibt. Ich freue mich darauf, mit meinen Mitstipendiaten weitere Seminare und Veranstaltungen zu besuchen, dabei neue Menschen kennenzulernen und über den Tellerrand blicken zu können.

Frau Weiß: Für mich stellt das Stipendium eine Brücke zur Praxis dar. Auf den Veranstaltungen trifft man mit vielen Landwirten zusammen und bleibt so auch als Studentin informiert über die aktuellen Entwicklungen in unserem Sektor. Einen weiteren wichtigen Punkt sehe ich in dem Kontakt und Austausch mit den anderen Stipendiaten. Es ist sehr anregend zu sehen, welch verschiedene und allesamt vielversprechende Wege von diesen eingeschlagen werden.
 

Verraten Sie uns abschließend noch Ihre nächsten Pläne im Studium?

Frau Hentschel: Im Großen und Ganzen plane ich den zügigen Abschluss meines Masterstudiums. Dabei möchte ich es aber auch nicht versäumen, weiterhin in Hochschulgruppen, wie der Jungen DLG oder dem Fachschaftsrat aktiv zu bleiben und in den Semesterferien noch das ein oder andere Praktikum zu absolvieren, um neue Erfahrungen zu sammeln. Ganz konkret wird es im Frühjahr 2016 für mich mit der APOLLO e.V. nach Russland zu einem DaF-Praktikum an eine Partnerhochschule gehen.

Frau Weiß: Zunächst einmal ist mein Ziel, die Möglichkeiten, welche mir in Hohenheim geboten werden, bestmöglich zu nutzen und fundierte Kenntnisse im Bereich der Pflanzenzüchtung zu erwerben. Es wäre schön, wenn sich die Masterarbeit mit einem Auslandsaufenthalt verbinden ließe. Aber das ist ja noch eine Weile hin.

Vroni Hentschel (21), studiert seit dem Wintersemester 2015/16 im Master „Agrarische Landnutzung“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Dort absolvierte sie zuvor bereits ihr Bachelorstudium der Agrarwissen-schaften. Neben dem Studium engagiert sie sich ehrenamtlich im Fachschaftsrat, im Team Halle der Jungen-DLG und in der Ortgruppe Halle der Landjugend.

 

Thea Mi Weiß (24), studiert nach ihrem Bachelor-abschluss der Agrarwissenschaften an der ETH Zürich und einem Auslandspraktikum in Kanada seit dem Wintersemester 2015/16 im Master „Plant Breeding and Seed Sciences“ an der Universität Hohenheim. Sie engagiert sich neben dem Studium ehrenamtlich in der Hochschulpolitik.