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Ausschreibung 2012

 

Die Weltbevölkerung wächst von Jahr zu Jahr. Die Marke von 7 Milliarden wurde nach Zählungen der UN Ende Oktober dieses Jahres erreicht. Bis zum Jahr 2025 sollen es 8 Milliarden und 2050 bereits mehr als 9 Milliarden Menschen sein, die die Erde bevölkern. Mit dieser rasanten Bevölkerungsentwicklung geht auch eine enorme Zunahme des weltweiten Bedarfs an Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen einher. Damit nicht genug, nehmen der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und die energetische Nutzung von Biomasse eine immer größere Bedeutung ein.

Gleichzeitig sind landwirtschaftliche Nutzflächen und die Wasservorräte weltweit begrenzt. Das erhöht den Druck auf die natürlichen Ressourcen. Und es erfordert effiziente Landbauformen sowie landwirtschaftliche Technologien, die wirtschaftlich effizient, ökologisch verträglich und sozial akzeptabel zugleich sind. Nur so kann das Produktivitätspotenzial der natürlichen Ressourcen auch in der Zukunft erhalten werden und die Landwirtschaft nachhaltig sein.

Doch mit diesen Herausforderungen sind auch Chancen verbunden. Die europäische Land- und Ernährungswirtschaft kann von der Dynamik der Weltagrarmärkte und dem zu erwartenden Wachstum des Handels profitieren. Nicht nur mengenmäßig ergeben sich Absatzchancen für die Landwirtschaft hierzulande. Durch die steigende Nachfrage nach höher veredelten Lebensmitteln in Schwellenländern öffnen sich gerade für deutsche Erzeuger wichtige Märkte. Gleichzeitig sind sie durch die zunehmende Ressourcenknappheit auch vor richtungweisende unternehmerische Entscheidungen gestellt.

Die Politik wird die Herausforderungen der Zukunft gestaltend begleiten müssen und zwar in Industrie- und Entwicklungsländern. Und auch den Märkten kommt eine wachsende Bedeutung zu. Ihre Funktionsfähigkeit als Knappheitsmesser gilt es zu erhalten und zu stärken. Vor diesem Hintergrund fördert die Edmund Rehwinkel-Stiftung im Jahr 2012 wissenschaftliche Beiträge zum Thema:

 

„Sicherung der Welternährung bei knappen Ressourcen"


  Zu diesem Schwerpunktthema erwarten wir insbesondere Studien, welche

  • den Beitrag der deutschen/europäischen Land- und Ernährungswirtschaft zur Sicherung der Welternährung bewerten und die dafür notwendigen agrarpolitischen und unternehmerischen Weichenstellungen aufzeigen.

  • den effizienten Umgang deutscher Landwirte mit knapper werdenden Ressourcen analysieren und Handlungsempfehlungen daraus ableiten.

  • praxisnahe und innovative Landbauformen sowie Technologien für die Landwirtschaft von morgen aufzeigen.

  • die Politikgestaltung in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern hinsichtlich der Sicherung der Welternährung und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen beleuchten.

  • die künftige Bedeutung der Agrarmärkte und des internationalen Handels analysieren.
 
 
 

Geförderte Studien

  • Prof. Awudu Abdulai, Universität Kiel: „Auswirkungen der Globalisierung und ausgewählter Politikmaßnahmen auf die Ernährungssicherheit: Welchen Beitrag kann der internationale Handel zur Sicherung der Welternährung leisten?"

  • Prof. Martina Brockmeier, Universität Hohenheim: „Welternährung 2030: Steigerung der globalen Nahrungsmittelproduktion trotz Bioenergie und knapper Ressourcen?"

  • Prof. Theodor Fock, Hochschule Neubrandenburg: „Ressourceneffizienz der Rindfleischerzeugung in Deutschland, Argentinien und Brasilien im Vergleich (gemeinsam mit Prof. Fuchs)"

  • Prof. Harald Grethe, Universität Hohenheim: „Auswirkungen eines verminderten Konsums von tierischen Produkten in Industrieländern auf globale Marktbilanzen und Preise für Nahrungsmittel"

  • Prof. Stephan von Cramon-Taubadel, Universität Göttingen: „Ökologische Landwirtschaft als ein Baustein zur Sicherung der Welternährung? - Eine kritische Bestandsaufnahme und ökonometrische Analyse"
 
 
 

Abgabedatum der geförderten Studien ist der 14. Januar 2013.


Die Stiftung behält sich alle Rechte der Veröffentlichung und sonstigen Verwertung der Ergebnisse vor.