Geschäftsentwicklung im Jahr 2010
Geschäftsjahr 2010: Hohe Nachfrage nach Förderkrediten und Normalisierung der Ertragslage
Ertragsentwicklung 2010: Operatives Ergebnis trotz niedrigerem Zinsüberschuss leicht über Vorjahr
Im Geschäftsjahr 2010 konnte das nach IFRS ermittelte operative Konzernbetriebsergebnis vor Fair Value- und Hedge-Bewertung mit 296 Mio. € (293) an das hohe Niveau des Vorjahres anknüpfen, obwohl der Zinsüberschuss auf 351 Mio. € (381) sank. Nach Abzug des Bewertungsergebnisses aus Fair Value- und Hedge-Bewertung weist die Förderbank in der GuV einen Konzernjahresüberschuss von 152 Mio. € (-77) aus. Außerdem wurden negative Bewertungsergebnisse in Höhe von 230 Mio. € (Bewertungsgewinn: 267) erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage verbucht. Das negative Bewertungsergebnis spiegelt in erster Linie höhere Kreditspreads bei Wertpapieren wider, die in der IFRS-Rechnung zu entsprechenden Wertminderungen dieser Aktiva führen. „Als Nichthandelsbuchinstitut verfolgen wir eine Buy-and-Hold-Strategie. Solange kein Kontrahent ausfällt, sind diese Bewertungsverluste deshalb lediglich eine temporäre Größe, weil sie in den folgenden Jahren als Bewertungsgewinne durch Marktdatenänderung, Restlaufzeitenverkürzung oder Tilgung zurückfließen", so Hans Bernhardt, Vorstand für Finanzen. Den starken Schwankungen der IFRS-Bewertungsergebnisse hat die Förderbank durch entsprechende Risikovorsorge und die Dotierung von Reserven und Rücklagen Rechnung getragen.
Bilanzgewinn wird für Förderzwecke verwendet
Für die Gewinnverwendung ist der HGB-Abschluss maßgebend. Das HGB-Betriebsergebnis erreichte 2010 366 Mio. € (347). Nach Abzug von Abschreibungen, Zinsunterdeckungen bei Programmkrediten und Zuführung von Reserven weist die Förderbank nach HGB einen Jahresüberschuss von 47 Mio. € (45) aus. Der Bilanzgewinn von 11,8 Mio. € (11,3) wird ausschließlich für Förderzwecke verwendet. Er wird je zur Hälfte dem Zweckvermögen und dem Förderungsfonds zugeführt. Im Geschäftsjahr 2010 bildeten Zuschüsse für agrarbezogene Forschungsprojekte und Weiterbildungsmaßnahmen des landwirtschaftlichen Berufsstands wichtige Schwerpunkte des Förderungsfonds. Aus ihren eigenen Erträgen setzte die Förderbank darüber hinaus 79 Mio. € (82) zur Verbilligung der Programmkredite ein. Aus Erträgen der Rentenbank wurde außerdem das Kapital der Edmund Rehwinkel-Stiftung um 2 Mio. € erhöht. Die aus eigenen Erträgen finanzierte Förderleistung der Bank erreichte damit insgesamt 93 Mio. € (95).
Anteil der Programmkredite am Darlehensbestand erstmals über 50 %
Aufgrund des sehr lebhaften Neugeschäftes mit zweistelligen Zuwachsraten verzeichneten die Programmkredite im Geschäftsjahr 2010 auch in der Bilanz erneut ein überdurchschnittliches Wachstum der Darlehensbestände. Diese für spezielle Förderzwecke und Hilfsmaßnahmen angebotenen und mit besonders günstigen Konditionen ausgestatteten Kredite lagen am Jahresultimo mit 23,0 Mrd. € (19,6) um 17,3 % über dem Vorjahr. Erstmals entfielen mehr als 50 % des gesamten mittel- und langfristigen Darlehensbestandes auf diese Fördersparte. Das Volumen aller mittel- und langfristigen Förderdarlehen erreichte in der Bilanz 42,6 Mrd. € (41,8). Trotz des leichten Anstiegs des Neugeschäfts bei verbrieften Finanzierungen blieb der Wertpapierbestand mit 27 Mrd. € (28) leicht hinter dem Vorjahresniveau zurück. In der Bilanz wuchs das Fördervolumen um 1,1% auf insgesamt 66,5 Mrd. € (65,8).
Zentralbanken erwerben wieder mehr Rentenbank-Emissionen
Größter Posten auf der Passivseite der Bilanz sind die verbrieften Verbindlichkeiten mit 62,1 Mrd. € (61,6). Zur Refinanzierung ihres mittel- und langfristigen Aktivgeschäfts nahm die Förderbank 2010 10,6 Mrd. € (10,0) auf, davon 82 % (48) bei internationalen Investoren. Fast ein Drittel des Mittelaufkommens entfiel auf Zentralbanken und andere offizielle Stellen, die im Vorjahr mit nur 12 % eine deutlich geringere Rolle spielten. Auch der Anteil des bei Banken platzierten Emissionsvolumens lag mit 47 % (42) über dem Vorjahr. Dagegen investierten Versicherungen, Unternehmen und Pensionsfonds in geringerem Umfang in Rentenbank-Emissionen. Mit einem Anteil von 42 % (21) nahm der US-Dollar wieder den ersten Rang ein, gefolgt vom Euro, auf den 35 % (65) des Emissionsvolumens entfielen. Das Euro-Medium-Term-Note-Programm (EMTN) blieb mit einem Emissionsvolumen von 7,0 Mrd. € (5,8) das wichtigste Refinanzierungsinstrument. Das Mittelaufkommen aus zwei Globalanleihen erreichte insgesamt 2,0 Mrd. €. Den dritten Rang nahmen Emissionen im Rahmen des Austral-Dollar-MTN-Programms ein. In diesem Markt ist die Rentenbank mit einem Volumen von 7,4 Mrd. AUD die drittgrößte Emittentin. Im kurzfristigen Bereich refinanziert sich die Förderbank überwiegend durch das Euro-Commercial-Paper-Programm (ECP). Im Jahresdurchschnitt war dieses Programm mit 10,3 Mrd. € (8,9) ausgelastet.
Eigenkapitalausstattung solide: Kennziffern erneut gestiegen
Einschließlich der nachrangigen Verbindlichkeiten von 0,8 Mrd. € (1,1) erreichten die aufsichtsrechtlich relevanten Eigenmittel 3,2 Mrd. € (3,0). Sowohl die nach der Solvabilitätsverordnung errechnete Gesamtkennziffer als auch die Kernkapitalquote liegen mit 24,5 % (23,8) bzw. 15,5 % (15,3) deutlich über den gesetzlichen Anforderungen. "Wir verfügen damit über sehr gute Voraussetzungen, auch die mit Basel III zukünftig steigenden Mindestanforderungen zu erfüllen", so Horst Reinhardt.

Investor-Relations